KSV gewinnt Derby in Herdecke

TSG Herdecke – KSV Hohenlimburg 15:29

Mit einem deutlichen 29:15-Auswärtssieg bei der TSG Herdecke hat der KSV Hohenlimburg seine Position in der Verbandsliga eindrucksvoll bestätigt. Im Derby am 9. Kampftag setzte sich die Mannschaft trotz personeller Ausfälle durch und bleibt damit weiterhin Tabellenzweiter. Dabei hatte Trainer Arslan Kulakac im Vorfeld mit einem deutlich engeren Duell gerechnet. Doch ein überraschender Auftaktsieg und die folgenden vier Mannschaftspunkte im Schwergewicht brachten den KSV früh auf Kurs.

Die Kämpfe im Einzelnen

57 kg (GR) – Den Auftakt machte der jugendliche Altan Kibar gegen den erfahrenen Mike Hölzel (Titelbild). Der Herdecker Altmeister und Ex-KSVer hatte sich eigens für diesen Kampf zur Verfügung gestellt. Obwohl er bereits seit 14 Jahren nicht mehr aktiv ringt, nahm er sogar fünf Kilogramm ab, um das Gewichtslimit von 57 kg zu erreichen. KSV-Trainer Arslan Kulakac wusste um die große Erfahrung seines Gegners, vermutete aber auch konditionelle Probleme. Seine taktische Vorgabe an Altan war deshalb klar: Vorsichtig und zurückhaltend ringen, die eigenen Chancen suchen und dem erfahrenen Gegner keinen Überraschungsangriff erlauben. Altan setzte diese Anweisungen clever um und sicherte sich einen knappen, aber verdienten Punktsieg. Ein wichtiger und unerwarteter Auftakt für den KSV!

130 kg (FR) – Der Herdecker Ringer versuchte früh, mit einem Beinangriff gegen Artem Vashchenko zum Erfolg zu kommen. Artem reagierte jedoch glänzend, konterte die Aktion und brachte seinen Gegner direkt auf die Schultern. Nach nur 1:49 Minuten war der Kampf beendet – vier weitere Mannschaftspunkte für Hohenlimburg.

61 kg (FR) – Hubert Meisner startete furios gegen Bruno Zarrinkar und setzte seinen Gegner zunächst unter Druck. Dann wurde er jedoch kalt erwischt und geriet in eine gefährliche Situation. Fast zwei Minuten lang musste er in der Brücke alles aufbieten, um die drohende Schulterniederlage zu verhindern. Mit enormem Willen gelang ihm das tatsächlich. Die Kraftanstrengung hatte allerdings ihren Preis: Hubert konnte anschließend kaum noch eigene Akzente setzen und rettete sich über die restliche Kampfzeit. Mit 11:21 nach technischen Punkten fiel die Niederlage zwar deutlich aus, Herdecke erhielt dafür aber lediglich drei Mannschaftspunkte.

Hubert Meisner (blau) kämpfte fast zwei Minuten in der Brücke

59 kg (weiblicher Ringkampf) – Noemi Meisner machte gegen Victoria Keibel kurzen Prozess. Bereits mit ihrer ersten Aktion brachte sie den Kampf zu ihren Gunsten zu Ende und gewann souverän auf Schulter. Vier wichtige Punkte für den KSV.

98 kg (GR) – Zana Kurmanc ließ nichts anbrennen. Er sammelte kontinuierlich Wertung um Wertung und baute seinen Vorsprung konsequent aus. Nach 3:38 Minuten stand ein deutlicher 16:0-Erfolg durch technische Überlegenheit fest.

66 kg (GR) – Für Andreas Eisenkrein war der Kampf gegen John Heide bereits nach der ersten Aktion des Gegners beendet. Andreas verletzte sich dabei und konnte die anschließende Schulterniederlage nicht mehr verhindern. Ein bitterer Rückschlag für den KSV.

86 kg (FR) – Vusal Osmanov lag gegen Jason Ehmen bereits deutlich mit 11:2 in Führung, als sein Gegner wegen wiederholter Passivität die dritte Verwarnung erhielt. Das bedeutete die Disqualifikation und damit vier weitere Mannschaftspunkte für den KSV.

71 kg (FR) – Erkut Güzebilen, der normalerweise für die zweite Mannschaft auf die Matte geht, sprang kurzfristig für das Team ein. Gegen Timm Heide zeigte er einen beherzten Einsatz, war gegen den Herdecker allerdings letztlich chancenlos und musste sich nach gut zwei Minuten auf Schulter geschlagen geben.

80 kg (GR) – Auf diesen Kampf durfte man besonders gespannt sein: Der ehemalige KSVer Leon Chentsov traf auf das Hohenlimburger Top-Talent Samir Hummatov, der aus taktischen Gründen eine Gewichtsklasse aufgerückt war. Beide lieferten sich zunächst ein ausgeglichenes Duell, das zur Pause noch unentschieden stand. Nach dem Seitenwechsel konnte Chentsov jedoch sein höheres Körpergewicht zunehmend ausspielen und setzte sich schließlich per Schultersieg durch.

Samir Humatov (links) traf auf den Ex-KSVer Leon Chentsov

68 kg (weiblicher Ringkampf) – Meyra Kaplan musste diesmal gar nicht auf die Matte. Ihre Herdecker Gegnerin trat mit Übergewicht an und verlor dadurch bereits an der Waage. Meyra erhielt die vier Mannschaftspunkte kampflos. Das Reglement ließ einen anschließenden Freundschaftskampf nicht zu.

75 kg GR – Auch Denys Bierozkin bekam seine vier Mannschaftspunkte bereits an der Waage zugesprochen, da sein Herdecker Gegner zu schwer war. Ein Freundschaftskampf wurde dennoch ausgetragen. Denys nutzte die Gelegenheit und setzte sich mit 10:6 durch.

75 kg FR – Yan Luis Mejias Bueno zeigte erneut eine souveräne Vorstellung. Gegen Phillip Ryan Schmidt überzeugte er mit sehenswerten Aktionen und ließ seinem unbequem zu ringenden Gegner kaum eine Chance. Nach 5:39 Minuten stand ein klarer 16:0-Erfolg durch technische Überlegenheit fest.

Faires Derby

Es war insgesamt ein faires Derby, in dem beide Mannschaftsecken freundschaftlich miteinander umgingen. Zwar gab es auf beiden Seiten gelegentlich unterschiedliche Auffassungen zu Kampfrichterentscheidungen, auf den Ausgang der Begegnung hatten diese jedoch keinen entscheidenden Einfluss.

Mit dem 29:15-Erfolg festigt der KSV Hohenlimburg seinen zweiten Tabellenplatz in der Verbandsliga und bleibt damit weiter auf Kurs.

Das KSV-Team in Herdecke

Reserve sieht kampflos

Der Vorkampf zwischen den beiden Reservemannschaften beider Teams entfiel, da Herdecke ihn aus personellen Gründen absagen musste. Die Wertung lautet 56:0 für die 2. Mannschaft des KSV Hohenlimburg.

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